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veröffentlicht am 07.11.2019

Nachhaltigkeit im Test 11-2019

Marktcheck: Sortiment Schweinefleisch

Der Greenpeace-Marktcheck hat im November das Angebot von Schweinefleisch in den Supermärkten geprüft. Das Ergebnis: In rund 90 Prozent des handelsüblichen Schweinefleischs steckt Gentechnik – auch in Produkten mit dem AMA-Gütesiegel. Und es mangelt an Transparenz: KonsumentInnen erfahren nicht, wenn sie Fleisch von Schweinen kaufen, die mit Gentech-Soja aus Übersee gefüttert wurden.

Gentechnikfreies Schweinefleisch oder gar Bio-Fleisch vom Schwein sind die Ausnahme im Regal. Einige Supermärkte bieten allerdings auch gentechnikfreies herkömmliches Schweinefleisch unter ihren Eigenmarken an. Bei diesen Projekten sind die Haltungsbedingungen der Tiere in einigen Bereichen besser als mindestens gesetzlich vorgeschrieben. Bewertet wurden im Test neben den vorbildlichen Projekten auch die Kennzeichnung und Herkunft aller Produkte in den einzelnen Supermärkten. Punkte gab es auch für das Angebot an Bio-Schweinefleisch und an herkömmlich hergestelltem Fleisch, bei dem die Tiere garantiert kein gentechnisch verändertes Futter erhalten haben.

Die Ergebnisse

Beim Schweinefleisch-Marktcheck liegen Hofer, Interspar und Merkur gleichauf mit einem „Befriedigend” vorne. Die Bestnote "Ausgezeichnet" sowie die Noten "Sehr Gut" und "Gut" konnte Greenpeace bei diesem Test nicht vergeben.

Wie die Supermärkte abschneiden & was sie anbieten

So hat Greenpeace bewertet

Gentechnik im Schweinsschnitzel - auch beim AMA-Gütesiegel

„Niemand möchte Gentechnik am Teller“, sagt Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Österreich. Obwohl sich eine überwältigende Mehrheit der ÖsterreicherInnen gegen Gentech-Futtermittel ausspricht, landet bei rund 90 Prozent der österreichischen Schweine Gentech-Soja aus Übersee in den Trögen – sogar bei Schweinen mit dem staatlichen AMA-Gütesiegel.

Greenpeace kritisiert, dass die Konsumentinnen und Konsumenten nicht erfahren, ob Gentechnik-Soja in ihrem Schweinefleisch steckt, weil die Produkte mangelhaft gekennzeichnet sind. Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Greenpeace zeigt, wissen 64 Prozent der ÖsterreicherInnen nicht, dass auch Schweine mit dem rot-weiß-roten AMA-Gütesiegel mit Gentech-Futter aus Übersee gemästet werden.

Schweine leiden, Futtermittel auf Kosten von Urwäldern

"Niemand will Tierleid und Waldzerstörung als Beilage zum Schnitzel“, kritisiert Theissing-Matei. Doch die Mehrheit der Schweine in Österreich lebt auf viel zu engem Raum und hat keinen Auslauf ins Freie. In der Regel landet Gentechnik-Soja aus Übersee in den Schweinetrögen. Für den Anbau dieser Futtermittel werden häufig wertvolle Wälder in Südamerika gerodet, was auch die Klimakrise weiter anheizt.

Tierwohlprojekte der Supermärkte

Sechs von neun überprüften Supermarktketten bieten aber auch gentechnikfreies Schweinefleisch an. Dabei handelt es sich um konventionelles Schweinefleisch aus Tierwohlprojekten, in denen die Tiere unter besseren Haltungsbedingungen leben als im Gesetz mindestens vorgeschrieben ist. Die Schweine haben mehr Platz, fressen gentechnikfreies Futter und haben meist Zugang zu Frischluft. Erhältlich ist dieses Schweinefleisch unter den Marken: "Merkur Fair zum Tier", "Fairhof" bei Hofer, "Tann schaut drauf bei Spar“, "Hütthalers Hofkultur" bei MPreis und „AMA+, Mehr Tierwohl“ bei Lidl.

„Die Tierwohl-Initiativen der Supermärkte sehen wir sehr positiv. Sie sind ein wichtiger Beitrag, um die Produktion von Schweinefleisch in Österreich schrittweise zu verbessern. Derzeit decken diese Produkte allerdings weiterhin nur einen kleinen Teil des gesamten Angebotes in den Supermärkten ab“, so Theissing-Matei.

Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand

Unter dem Titel „Nachhaltigkeit im Test“ nimmt der Greenpeace-Marktcheck regelmäßig das Sortiment des österreichischen Einzelhandels unter die Lupe. Jeweils zu Monatsanfang veröffentlicht Greenpeace ein Ranking der größten Supermarktketten in Österreich. Alle Infos finden sich unter

greenpeace.at/nachhaltigkeit-im-test

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