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veröffentlicht am 10.10.2019

Nachhaltigkeit im Test 10-2019

Marktcheck: Sortiment Mehrweg

Der Greenpeace-Marktcheck hat erneut das Angebot von Getränken in Mehrwegflaschen in den heimischen Supermärkten geprüft. Aus Umweltsicht ist das Ergebnis des Greenpeace-Marktchecks wenig erfreulich: Zwar gibt es Bier in der Pfandflasche, doch speziell bei Säften und Limonaden kann man die Flaschen an einer Hand abzählen. Und die vorhandenen wiederbefüllbaren Flaschen sind aufgrund mangelhafter Kennzeichnung zudem oft schlecht als Mehrweg erkennbar.

Greenpeace hat beim Mehrweg-Test die Getränke in Mehrwegflaschen in den Supermärkten unter die Lupe genommen und das Angebot bei Bier, Mineralwasser, Saft und Limonaden sowie Wein in den Supermärkten geprüft. Beurteilt wurden auch die Maßnahmen der Supermärkte zur Förderung von Mehrweg wie zum Beispiel die Anzahl an neu erhältlichen Pfandflaschen, die Kennzeichnung von Mehrweg in den Filialen und das Angebot in den Online-Shops.

Die Ergebnisse

Im aktuellen Marktcheck wird Interspar mit dem besten Angebot bei Mehrweg-Flaschen Testsieger. Punkten konnte Interspar auch mit seinem Online-Shop: Nur hier ist die Rückgabe der Pfandflaschen bei der nächsten Bestellung möglich. Und die "Allweg-Steiermarkflasche" für Wein kann in allen Spar-Filialen in der Steiermark zurückgegeben werden. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Spar und Unimarkt - auch dank ihres regionalen Angebotes an wiederbefüllbaren Pfandflaschen.

Wie die Supermärkte abschneiden & was sie anbieten

So hat Greenpeace bewertet

Pfandflaschen - an einer Hand abzählbar

Greenpeace-Konsumexperte Herwig Schuster kritisiert: „Die umweltfreundliche Mehrwegflasche ist leider die Ausnahme im Regal. Besonders bei Säften und Limonaden kann man die Pfandflaschen im Supermarkt an einer Hand abzählen.“ Seit 1995 sinkt der Marktanteil an Mehrwegflaschen in Österreich rapide: Lag er damals noch bei rund 80 Prozent, erreichte er 2018 einen absoluten Tiefstand von nur noch 18 Prozent.
Nur bei Bier gibt es noch eine echte Wahlmöglichkeit, aber auch hier wird die Pfandflasche - speziell bei den kleineren 0,33 l-Gebinden - von Glas-Einweg sowie von Alu bedrängt.

Mehrweg ist am besten für die Umwelt

Dabei ist Mehrweg bei Getränkeverpackungen der beste und umweltfreundlichste Weg aus der Plastikkrise. Während eine Mehrwegflasche bis zu 50 Mal wiederbefüllt wird, müssen alle in Österreich erhältlichen Plastikflaschen jedes Mal neu hergestellt werden. Nur etwas mehr als die Hälfte der Menge der verkauften Plastikflaschen wird auch gesammelt und nur aus jeder vierte Flasche wird auch wieder eine neue hergestellt.
Gleichzeitig belasten immer mehr Plastikflaschen, Dosen und Wegwerfglas unsere Umwelt und gerade kleine Plastikflaschen für unterwegs enden zudem oft als Müll in der Natur. In der Umwelt werden sie nur teilweise abgebaut und bedrohen als Mikroplastik, also als kleinste Plastikteilchen die Umwelt und unsere Gesundheit.

Kennzeichnung muss besser werden

Die mangelhafte Kennzeichnung erschwert den KonsumentInnen den Griff zur wiederbefüllbaren Pfandflasche: Hinweise auf Mehrweg etwa durch das Mehrweg-Logo sucht man auf der Flasche oder dem Regal oft vergeblich.

Auf etlichen Pfandflaschen gibt es nicht einmal einen Texthinweis, dass die Flasche wiederbefüllt werden kann. Auch am Regal oder auf Preisschildern ist Mehrweg oft schlecht oder gar nicht gekennzeichnet.

Lichtblicke: Regionales und Online-Angebot

Greenpeace sieht aber auch eine positive Entwicklung beim Mehrweg-Test: Seit dem letzten Mehrweg-Test im Jahr 2017 sind etwas mehr regionale Produkte in der umweltfreundlichen Pfandglasflasche erhältlich. Auch online wird Mehrweg angeboten – allerdings nur bei zwei der vier überprüften Supermarkt-Onlineshops: Interspar und Unimarkt liefern auch Mehrweg-Pfandflaschen ins Haus. Bei Interspar kann man die Mehrweg-Gebinde zudem bei der nächsten Bestellung zurückgeben. Bei Unimarkt müssen die leeren Flaschen zurück ins Geschäft gebracht werden. Die Webshops von MPreis und Billa bieten gar kein Mehrweg an.
Erstmals konnte bei einem Mehrweg-Test von Greenpeace auch ein Diskonter punkten: Lidl führt in Oberösterreich in 17 Filialen mehrere Bier-Produkte in der Mehrweg-Pfandflasche und nimmt die Produkte hier auch zurück.

Mehr Mehrweg in den Supermärkten

„Die Supermärkte müssen mehr tun, wenn sie der Mehrwegflasche als beste aller Verpackungsformen wieder auf die Sprünge helfen wollen“, so Schuster. Die angebotenen Mehrwegflaschen müssen im Regal besser platziert und klar gekennzeichnet werden. Und weiter: “Vom Handel erwarten wir uns die Bereitschaft, die von der Getränkeindustrie angebotenen Mehrwegflaschen auch wirklich in ihre Regale zu bringen und aktiv in den Filialen zu bewerben.“

Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand

Unter dem Titel „Nachhaltigkeit im Test“ nimmt der Greenpeace-Marktcheck regelmäßig das Sortiment des österreichischen Einzelhandels unter die Lupe. Jeweils zu Monatsanfang veröffentlicht Greenpeace ein Ranking der größten Supermarktketten in Österreich. Alle Infos finden sich unter

greenpeace.at/nachhaltigkeit-im-test

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