No results
Top-Ergebnisse nach Kategorie
Aktiv werden
News
Detailwissen
veröffentlicht am 07.04.2020

Greenpeace-Ratgeber: Nachhaltiges Ostern in Zeiten der Corona-Krise

Die Corona-Krise verändert unseren Alltag und damit auch, wie wir in diesem Jahr Ostern feiern. Doch gerade in der aktuellen Ausnahmesituation sind Feste eine wichtige Abwechslung und Höhepunkte in unserem alltäglichen Leben. Besonders für Familien mit Kindern sind Osterbräuche wie Nesterl suchen, gemeinsam Basteln und Eierpecken eine lustige und willkommene Abwechslung.

Wie gelingt trotz Ausgangsbeschränkungen und Quarantäne ein schönes und nachhaltiges Osterfest? Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat 10 Tipps und Tricks für ein nachhaltiges Osterfest während der Corona-Krise zusammengestellt.

1) Natürlich Ostereier färben mit Pflanzen und Lebensmittelresten

Viele Lebensmittel und Gewürze lassen sich zum Färben nützen und ergeben schöne bunte Ostereier. Im Gegensatz zu vielen handelsüblichen Farben, enthalten diese keine für die Gesundheit bedenklichen Stoffe. Daher sind sie auch gut fürs Färben mit Kindern geeignet.

Mit welchen Lebensmitteln erziele ich welche Farben?

  • Gelb: Kurkuma oder Currypulver
  • Pink bis Rot: Saft von roten Rüben
  • Blau: Blaukraut, Heidelbeeren
  • Dunkelrot: rote Zwiebelschalen
  • Grün: Spinat, Petersilie, Brennnessel
  • Braun: Kaffeesatz

Eine genaue Anleitung haben wir hier: Eierfärben mit Farben aus der Küche

2) Augen auf beim Farbenkauf im Supermarkt

Wem es zu aufwändig ist, die Farben für die Ostereier selbst herzustellen, kann in den Supermärkten zumindest ein kleines Angebot an Farben zum Eierfärben mit unbedenklichen Zutaten finden. Denn die Zutaten mancher Produkte können gesundheitsgefährdend sein. Als Hilfestellung für den Einkauf im Supermarkt hat Greenpeace eine “Grüne Liste” an Eierfarben erstellt. Diese informiert, welche Produkte empfehlenswert sind und wo diese erhältlich sind. So viel vorweg: Bei MPreis in Tirol und österreichweit bei Lidl kann man bei allen Eierfarben bedenkenlos zugreifen.

„Grüne Liste“ mit unbedenklichen Ostereierfarben:

ArtikelBeschreibungErhältlich bei
CrelandoEierfarben Färben im BeutelLidl
CrelandoEierfarben PulverLidl
FixColor
Hasi's Liebling
AzoFreie Farben 4erMPreis, Interspar, Billa,
Merkur, Unimarkt
EierfarbeSorte: Tricolori, flüssig
3 Farben: ROt, Orange, Grün
(AZO-frei)
Hofer
EierfarbeSorte: Pulver, 4 x 4 g
4 Farben: Rot, Blau, Orange, Violett
(AZO-frei)
Hofer
Kreative EierfarbenSorte: Marmorier-Eierfarben,
3 Farben: Gelb, Grün, Rot
(AZO-frei)
Hofer
Kreative EierfarbenSorte: Fancy-Eierfarben
3 Farben: Rot, Grün, Orange
(AZO-frei)
Hofer

Unbedenkliche Farbe Blau*

ArtikelBeschreibungErhältlich bei
FixColor
Kalt- u. Heissfarben
Farbe blauMPreis, Interspar, Spar,
Billa, Merkur, Unimarkt
FixColor
TopColor
Farbe blauMerkur, Unimarkt
BraunsFarbe blauInterspar, Spar

*Greenpeace prüft Eierfarben seit etlichen Jahren. Die Farbe Blau war bei Tests bislang immer unbedenklich, weil die kritisierten Stoffe (vorwiegend Azofarben) nicht enthalten und offensichtlich nicht erforderlich sind, um die blaue Farbe zu erzeugen.

Warum wurden Produkte mit der Farbe Blau gesondert ausgewiesen:

Um darauf hinzuweisen, dass Produkte in den Färbebriefchen von traditionellen Marken wie Brauns und Schimek in der Regel bedenklich Farbstoffe enthalten: einzige Ausnahme sind die Produkte mit Farbe Blau. Das ist allerdings nur dem Zufall und der Eigenschaft der Farbe geschuldet, aber nicht den Herstellern zu verdanken.

3) Die letzten Fastentage noch nützen: weniger oder gar kein Fleisch essen

Die ÖsterreicherInnen essen deutlich mehr Fleisch, als ihnen und der Umwelt guttut. Um gesund zu bleiben sollten wir laut der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung nämlich nicht mehr als drei Portionen zu je 100 bis 150 Gramm Fleisch pro Woche konsumieren - der reale Fleischkonsum pro Kopf liegt jedoch mehr als dreimal so hoch. Darüber hinaus schätzt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dass die Nutztierhaltung weltweit für fast 15 Prozent der vom Menschen verursachten Treibhausgas- Emissionen verantwortlich ist.

Dabei gibt es viele köstliche Veggie-Rezepte, die Lust machen, wieder mal was Neues auszuprobieren. Derzeit bieten viele Köchinnen und Köche auch online Anleitungen für vegetarische Speisen an, beispielsweise:

4) Karfreitag: wenn Fisch, dann Bio

Wer am Karfreitag nicht auf Fisch verzichten möchte, dem empfiehlt Greenpeace, möglichst heimischen Fisch in Bio-Qualität zu kaufen. Die beste Wahl aus Umweltsicht sind Pflanzenfresser wie der Karpfen. Aus Sicht der Umwelt und zur Unterstützung kleiner regionaler Betriebe, sollte der Fisch möglichst regional eingekauft werden. Mögliche regionale Bezugsquellen finden sich im nächsten Tipp.

Die bekannten Siegel MSC für Meeresfisch und ASC für Fisch aus Aquakultur sind laut Greenpeace nicht empfehlenswert. Sie können nachhaltigen Fischfang nicht garantieren.

Infos dazu und zu weiteren bekannten Siegeln gibt der Greenpeace Gütezeichen-Ratgeber “Zeichen-Tricks

5) Regional einkaufen fürs Osterfest

Die Corona-Krise trifft viele lokale, regionale und kleine Unternehmen besonders hart. Sie können ihre Läden nicht mehr öffnen, ihnen bricht die Kundschaft weg. Doch immer mehr Menschen besinnen sich gerade jetzt darauf, mit ihrem Konsum diese Kleinunternehmen zu unterstützen. Die ehemalige Konsumsprecherin von Greenpeace, Nunu Kaller, sowie die Wiener Stadtzeitung “Falter” haben eine Übersicht von regionalen Unternehmen erstellt, die auch Hauszustellung anbieten:

6) Osterjause: Bio ist besser für Umwelt, Mensch und Tier

Die biologische Landwirtschaft bietet viele Vorteile. Die schonende Bewirtschaftung unserer Böden sichert die Artenvielfalt, nützt auch wichtigen Bestäubern wie den Bienen und ist daher auch für den Menschen unverzichtbar. Auch bei der Osterjause mit Eiern, Pinzen und - in vielen Bundesländern traditionell - Schinken ist bio die beste Wahl. Für Hühner, Schweine und Lämmer bedeutet bio mehr Tierwohl. Bio-Eier sind an der Kennzeichnung "0" am Ei erkennbar. Das bedeutet viel Auslauf ins Freie und natürlich Bio-Futter. Bei vielen Bio-Marken ist mittlerweile auch sichergestellt, dass die männlichen Küken nicht mehr getötet werden. Greenpeace empfiehlt, wann immer möglich, zu biologisch produzierten Produkten zu greifen.

7) Nur faire und nachhaltige Produkte gehören ins Nest

Zum Naschen empfehlen sich faire Bio-Schoko-Hasen und -Eier. Beim Einkauf unbedingt auf das Zeichen von “Fairtrade” achten. Das garantiert, dass etwa bei der Herstellung von Kakao bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten wurden. Die Organisationen Südwind und Global 2000 haben auch heuer den Osterhasen-Check gemacht. Dabei wurden die Schoko-Osterhasen in den Supermärkten unter die Lupe genommen und beurteilt, wie öko und fair sie produziert sind und was die Gütesiegel auf den Schokohasen bedeuten. Hier gibt es den Osterhasen-Check als pdf

8) Ostergeschenke für die Umwelt: Den Hasen und seine FreundInnen schützen

Der Natur kann man zu Ostern ein besonderes Geschenk machen: Jeder und jede kann etwas dafür tun, dass der Lebensraum für Feldhasen, Vögel und Insekten erhalten bleibt. Denn die Nahrungsgrundlagen dieser Tiere schwinden zunehmend, sie gelten in Österreich als gefährdet. Statt Bodenversiegelung, Monokulturen und zunehmender Intensivierung der Landwirtschaft brauchen wir Vielfalt, Blühwiesen und Hecken. Also beim Osterspaziergang die Palmkatzerl nicht pflücken, sondern den Bienen lassen.

Ein ganz besonderes Ostergeschenk, das unserer Natur guttut: hier eine Biene adoptieren und damit die Zukunft der kleinen Brummer schützen. Die Bienen-Adoption kann man auch einem lieben Menschen zu Ostern schenken. Als Dankeschön erhält man eine personalisierte Adoptionsurkunde.

9) Upcycling: Umweltfreundliche Oster-Deko selbst machen

Wer die Wartezeit auf den Osterhasen umweltfreundlich verkürzen will, kann aus alten Dingen, Neue machen: Dank “Upcycling” werden aus Klopapierrollen mit Ohren die lustigsten Osterhasen. Aus Kresse wird frisches Ostergras. Und aus einem runden Gefäß, zum Beispiel einem Blumentopf oder einer runden Schachtel, wird ein buntes Osternest: Gefäß einfach mit Klebstoff oder Kleister einstreichen, mit grüner oder bunter Wolle dicht umwickeln und mit Blumen, Zweigen oder Bildern von Hasen und Eiern verzieren. Zeiten wie diese geben viel Raum, um kreativ zu werden.

Extra für Familien: Die MitarbeiterInnen von Greenpeace haben viele umweltfreundliche Spiele und Tipps für die Zeit daheim gesammelt, damit es vor Ostern nicht “fad” wird: hier.

10) Für Familie und Umwelt: Auf Ökostrom wechseln

Ostern ist ein Familienfest. Auch heuer werden viele Menschen an den Feiertagen Kontakt zu ihren Lieben suchen. Dabei greifen wir heuer mehr als sonst auf Handy, Internet und Co. Zurück, da ein Besuch bei Oma und Opa nicht möglich ist. Und verbrauchen dafür Strom: Warum also nicht jetzt zu einem Anbieter von Öko-Strom wechseln?

Was bedeutet die Corona-Krise für Greenpeace?

Die Welt braucht unsere Stimme für den Umweltschutz jetzt ganz besonders. Wir werden wachsam bleiben, damit Umweltzerstörer die Ablenkung durch Corona nicht nutzen können, um unbemerkt Profit aus der Zerstörung wertvoller Naturräume zu schlagen. Um unseren Einsatz für die Umwelt fortführen zu können, sind wir – gerade in diesen herausfordernden Zeiten – auf Ihre Unterstützung angewiesen.

  • Werden Sie Fan von Greenpeace auf Facebook, Instagram oder Twitter und teilen Sie unsere Beiträge.
  • Unterzeichnen Sie unsere Petitionen und verleihen Sie unseren Forderungen für Wälder, Meere und bedrohte Naturräume mehr Nachdruck.
  • Greenpeace ist unabhängig und nimmt kein Geld von Konzernen, Staaten oder der EU. Deshalb sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Jetzt Teilen!