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veröffentlicht am 08.11.2018

Nachhaltigkeit im Test 11-2018

Marktcheck: Sortiment Schweinefleisch

Der Greenpeace-Marktcheck hat im November das Angebot an Schweinefleisch in den österreichischen Supermärkten unter die Lupe genommen. Denn wer derzeit konventionell hergestelltes Schweinefleisch kauft, muss in der Regel davon ausgehen, dass das Tier mit gentechnisch verändertem Soja gefüttert wurde.

Der Test zeigt: In fast allen Supermärkten ist mittlerweile gentechnikfrei hergestelltes Schweinefleisch aus besserer Tierhaltung erhältlich. Leider stellen diese Produkte in den Regalen nur die Ausnahmen dar. Auf der Mehrzahl der Schweinefleisch-Packungen sucht man vergeblich nach Siegeln wie „Ohne Gentechnik“ oder Hinweisen auf bessere Haltungsbedingungen der Tiere.

Die Ergebnisse

Zum Ergebnis: Testsieger wird Hofer, weil der Supermarkt sehr transparent agiert, was sich auch bei der Kennzeichnung zeigt. Ganz knapp dahinter auf Platz 2 liegt Merkur auch aufgrund vieler Bio-Produkte bei Schweinefleisch. Dritter wird der Tiroler Supermarkt MPreis - ebenfalls mit einem "Befriedigend".

Infos zum Abschneiden der Supermärkte und Infos zum Angebot

Die Bewertungskriterien im Detail

Gentechnik im Schnitzel

In den meisten Schweinetrögen landet gentechnisch verändertes Soja aus Übersee, das häufig auf gerodeten Regenwaldflächen angebaut wurde. Am Endprodukt muss der Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln nicht gekennzeichnet werden. Greenpeace kritisiert, dass auch das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel Gentech-Futter erlaubt. Produkte mit dem Siegel „Ohne Gentechnik“, „Donausoja“ sowie alle Bio-Produkte sind hingegen gentechnikfrei.

Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Österreich: „Niemand will Gentechnik am Teller. Und niemand möchte, dass das Schwein leidet. Auf den Packungen steht aber leider oft nicht, womit das Schwein gefüttert oder wie es gehalten wurde.“

Es braucht mehr Tierwohl in der Schweinehaltung

Die Haltungsbedingungen von Schweinen sind verbesserungswürdig. Es braucht hier mehr Transparenz und eine bessere Kennzeichnung am Produkt. Sechs der neun getesteten Supermärkte haben Projekte zur Verbesserung der Tierhaltung, die in mehreren Bereichen über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen: „Fairhof“ bei Hofer, „Merkur Fair zum Tier“, „Hütthalers Hofkultur“ bei MPreis, „Tann schaut drauf, Für mehr Tierwohl“ bei Interspar und Spar sowie Fleisch von AMA mit dem Zusatzmodul „Mehr Tierwohl“ bei Lidl. Die Standards der Projekte sind allerdings unterschiedlich streng, die Informationen auf den Verpackungen uneinheitlich und für die KonsumentInnen oft verwirrend.

Kennzeichnung muss verbessert werden

Greenpeace fordert ein transparentes, einheitliches Kennzeichnungssystem für Fleisch: Haltungsform und Fütterung müssen auf einen Blick ersichtlich sein. Einheitliche und leicht verständliche Angaben auf den Fleischpackungen in Form von Zahlen oder Farben erleichtern den Griff zur besseren Qualität. So hat die klare Kennzeichnung bei Frischeiern dazu geführt, dass in den Supermärkten keine Käfigeier mehr erhältlich sind. „Bei Fleisch muss sofort erkennbar sein, wie das Tier gefüttert und gehalten wurde. Dann können sich Konsumentinnen und Konsumenten bewusst für Qualität entscheiden“, so Theissing-Matei.

Lieber öfter mal Gemüse essen

66 Kilogramm Fleisch verzehren die ÖsterreicherInnen pro Jahr – am liebsten Schweinefleisch. Ein so hoher Fleischkonsum tut weder der Gesundheit, noch der Umwelt gut. Die Tierhaltung ist weltweit für 14,5 Prozent der Treibhausgase verantwortlich. Das ist gleich viel wie alle Autos, LKW, Schiffe und Flugzeuge zusammen. Greenpeace empfiehlt daher, öfter zu Gemüse und Hülsenfrüchten zu greifen. Wer Fleisch isst, sollte auf möglichst artgemäße Tierhaltung achten. Das ist die Voraussetzung für gesündere Tiere und bessere Fleischqualität.

Zu den Auswirkungen unseres Fleischkonsums

Bio-Produkte können mehr

Wenn schon Fleisch, dann möglichst in Bio-Qualität. Biologisch hergestellte Produkte sind immer garantiert gentechnikfrei. In der Fleischproduktion kommt also kein gentechnisch verändertes Futter zum Einsatz. Hier sind auch die gesetzlichen Vorgaben für die Tierhaltung wesentlich besser als bei konventionell hergestellten Produkten. Bio ist besser für Mensch, Tier und Umwelt.

Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand

Unter dem Titel „Nachhaltigkeit im Test“ nimmt der Greenpeace-Marktcheck regelmäßig das Sortiment des österreichischen Einzelhandels unter die Lupe. Jeweils zu Monatsanfang veröffentlicht Greenpeace ein Ranking der größten Supermarktketten in Österreich. Alle Infos finden sich unter

greenpeace.at/nachhaltigkeit-im-test

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