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veröffentlicht am 04.10.2018

Nachhaltigkeit im Test 10-2018

Marktcheck: Sortiment Sackerl und Taschen

Der Greenpeace-Marktcheck hat im Oktober geprüft, was die Supermärkte tun, um den Verbrauch von Wegwerfsackerln zu verringern und damit Plastikmüll zu vermeiden. Der Handlungsbedarf ist groß, denn etwa 790 Millionen Plastiksackerl werden in Österreich pro Jahr ausgegeben – das sind rund 1600 Sackerl pro Minute.

Bereits im Mai 2016 haben sich alle Supermärkte im Test freiwillig zur Sackerl-Reduktion verpflichtet. Greenpeace hat im Oktober-Test geprüft, welche Maßnahmen die Supermärkte gegen Einweg-Sackerl und damit gegen Plastik-Müll setzen. Bewertet wurde auch, welche wiederverwendbaren Tragetaschen an der Kassa erhältlich und aus welchem Material sie hergestellt sind. Im Bereich Obst und Gemüse wurde das Angebot an Alternativen zum dünnen Gratis-Wegwerfsackerl aus Plastik beurteilt.

Die Ergebnisse

Die Tabelle mit den Ergebnissen oben zeigt: Testsieger wird der Tiroler Supermarkt MPreis, der bald gänzlich auf die Gratis-Wegwerfsackerl für Obst und Gemüse verzichten wird. Knapp dahinter liegen Hofer und Interspar ex aequo auf Platz 2 - ebenfalls mit einem "Gut".

Infos zum Abschneiden der Supermärkte und Infos zum Angebot

Die Bewertungskriterien im Detail

Mehrweg ist die Lösung

Neun von zehn Sackerl werden nur ein einziges Mal benutzt – und zwar für rund 25 Minuten, bevor sie auf dem Müll landen. Auf andere Materialien für Sackerl wie Papier und so genannte Bio-Kunststoffe auszuweichen, stellt nur eine Verschiebung des Problems dar. Die aufwändig produzierten Sackerl gratis abzugeben, verschärft das Müllproblem weiter.

Die bessere Lösung sind laut Greenpeace wiederverwendbare Taschen. Bei den stabilen Mehrwegtaschen wurden Baumwolltaschen mit dem Umweltsiegel GOTS (Global Organic Textile Standard) und einem Fairtrade-Siegel am besten beurteilt. Empfehlenswert sind auch Taschen aus einem nachwachsenden Rohstoff, die gentechnikfrei hergestellt und vollständig abbaubar sind. Taschen aus diesem umweltfreundlichen Material sind derzeit bei Hofer und Spar erhältlich.

Lukas Hammer, Plastik-Sprecher von Greenpeace: „Mehrweg ist immer der richtige Weg: Das gilt auch für das Einkaufssackerl. Eine Auswahl an wiederverwendbaren Taschen ist mittlerweile in allen Supermärkten erhältlich. Jetzt ist es endlich an der Zeit, den Wegwerfsackerl in der Obst- und Gemüseabteilung eine Ende zu bereiten.“

Weg mit Gratis-Wegwerfsackerl

Im Obst- und Gemüseregal bieten derzeit noch alle Supermärkte die dünnen Wegwerfsackerl gratis an. Fast alle arbeiten aber auch an empfehlenswerten Alternativen. Im Laufe der nächsten Monate werden waschbare Mehrwegbeutel oder Sackerl aus umweltschonenden Materialien fast überall angeboten.

MPreis in Tirol geht als erster Supermarkt noch einen Schritt weiter: Die Gratis-Wegwerfsackerl werden hier in Kürze gar nicht mehr erhältlich sein – ein wichtiger Schritt, um auch für Obst- und Gemüse Mehrweglösungen zu etablieren.

Freiwilligkeit reicht nicht

Bereits im Mai 2016 haben sich alle Supermärkte im Test freiwillig zur Sackerlreduktion verpflichtet. Insgesamt sind es 13 Handelsunternehmen aus mehreren Branchen, die Maßnahmen zur Reduktion setzen und als ersten Schritt ihre Verbrauchszahlen melden. Sie geben im Jahr gut 400 Millionen Wegwerfsackerl aus. Das ist aber nur etwa die Hälfte der jährlich anfallenden Menge an Einwegsackerl. Weitere Unternehmen sind anscheinend derzeit nicht bereit, die Vereinbarung zu unterschreiben und geben immer noch hunderte Millionen Wegwerfsackerl ungefragt an Kundinnen und Kunden aus. Greenpeace fordert seit Jahren rechtlich verbindliche Rahmenbedingungen, damit auch andere Branchen wie zum Beispiel der Textilhandel endlich aktiv werden. „Ein Verordnungs-Entwurf zum Stopp der Wegwerfsackerl verstaubt seit einem Jahr in der Schublade von Umweltministerin Elisabeth Köstinger. Sie muss endlich die Tragetaschen-Verordnung erlassen und uns vom Plastiksackerl-Wahnsinn befreien“, sagt Lukas Hammer.

Was kann ich tun

Aber auch die KonsumentInnen können beim Einkauf einen Beitrag leisten, um die Müllberge möglichst gering zu halten: „Wer Müll vermeiden will, nimmt am besten seine eigene Tasche zum Supermarkt mit. Für Obst und Gemüse empfiehlt sich ein waschbares Netz, wie es Supermärkte vermehrt anbieten. Das sind kleine Beiträge, die in Summe einen großen Unterschied für die Umwelt machen“, sagt Lukas Hammer.

Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand

Unter dem Titel „Nachhaltigkeit im Test“ nimmt der Greenpeace-Marktcheck regelmäßig das Sortiment des österreichischen Einzelhandels unter die Lupe. Jeweils zu Monatsanfang veröffentlicht Greenpeace ein Ranking der größten Supermarktketten in Österreich. Alle Infos finden sich unter

greenpeace.at/nachhaltigkeit-im-test

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