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veröffentlicht am 13.04.2018

Nachhaltigkeit im Test 4-2018

Marktcheck: Sortiment Kaffee

Der Greenpeace-Marktcheck hat im April das Kaffee-Angebot der größten heimischen Supermärkte unter die Lupe genommen. Bewertet hat Greenpeace, wie hoch der Anteil an bio und fairem Kaffee, Bohne oder gemahlen, ist. Aber auch, ob und wie viele Artikel in Kapseln und Pads erhältlich sind. Einzelverpackungen verschlechtern die Umweltbilanz und verursachen mehr Müll. Empfehlenswerte Produkte sind bio und fair hergestellt und kommen ohne aufwändige Verpackung aus.

Die Diskonter Lidl und Hofer bekommen von Greenpeace bei diesem Kaffee-Test ein knappes „Gut“, sie punkten vor allem mit einem vergleichsweise hohen Anteil an fair produziertem Kaffee und und mit einer geringeren Anzahl an Artikeln mit einzeln verpacktem Kaffee als die anderen Supermärkte im Test. Unimarkt auf Platz 3 ist „Befriedigend“ dank einem guten Angebot bei biologischem und fairem Kaffee der Marke „EZA“. Die weiteren Supermärkte im Test sind „Genügend“, weil sie den KonsumentInnen bei ihren Bio-Eigenmarken zumindest ein paar empfehlenswerte Artikel anbieten können.

Volle Kaffee-Regale, aber wenig "gute" Artikel

In den Supermarkt-Regalen stehen unzählige Kaffee-Artikel, der Großteil ist aber weder fair noch biologisch hergestellt: Während bei Diskontern wie Lidl und Hofer um die 25 Packungen mit Kaffee, gemahlen oder ganze Bohne, erhältlich sind, finden sich in den Regalen von Merkur und Interspar mehr als 200 Artikel. Minimal im Vergleich dazu ist die Anzahl an empfehlenswertem Kaffee: Die Zahl an Artikel mit Bio-Siegel und Fairtrade-Zertifizierung, die ohne aufwändige Einzelverpackung auskommen, liegt bei den getesteten Supermärkten nur zwischen einem und acht Artikeln.

„Niemand braucht Regale voll mit Kaffee. Wenn die Auswahl kleiner, dafür aber bio und fair ist, hilft das nicht nur beim Einkaufen, sondern entlastet auch die Umwelt“, sagt Nunu Kaller, KonsumentInnensprecherin bei Greenpeace in Österreich.

Alle Infos zum Abschneiden der Supermärkte

Die Kriterien der Bewertung

Mehr Müll durch Kapseln & Co

Zudem ist der Kaffee in mehr als der Hälfte der Artikel in Kapseln oder Pads aufwändig verpackt, was die Müllberge weiter wachsen lässt. Bei diesen Produkten ist die Menge an Verpackung und Müll pro Kaffeetasse unverhältnismäßig hoch. Der Energieaufwand für die Herstellung der Einzelverpackungen, meist aus Alu und Plastik, ist enorm. „Das Geschäft mit Kapseln und Pads boomt. Die Hersteller machen Gewinn auf Kosten der KonsumentInnen und der Umwelt. Umgerechnet kostet ein Kilo Kaffee in Einzelverpackungen bis zu 80 Euro. Das lässt nicht nur die Gewinne der Hersteller sondern auch die Müllberge wachsen“, sagt Nunu Kaller.

Empfehlenswert ist bio und fair

Kaffee in Bio-Qualität, der auch Fairtrade zertifiziert ist, bedeutet weniger Einsatz an chemisch-synthetischen Pestiziden, eine möglichst umweltschonende Produktionsweise und Schutz der Gesundheit, sowohl beim Konsum als auch bei der Herstellung durch die Menschen in den südlichen Ländern.

Angebot muss verbessert werden

Greenpeace sieht dringenden Handlungsbedarf beim Kaffee-Angebot in den Supermärkten: Der Genuss von Kaffee muss mit Verantwortung für Mensch und Umwelt Hand in Hand gehen. Ein gutes Kaffee-Sortiment besteht nicht aus unzählbar vielen Artikeln, sondern einer großen Auswahl an möglichst nachhaltigen und fair produzierten Produkten mit wenig Verpackung.

Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand

Unter dem Titel „Nachhaltigkeit im Test“ nimmt der Greenpeace-Marktcheck regelmäßig das Sortiment des österreichischen Einzelhandels unter die Lupe. Jeweils zu Monatsanfang veröffentlicht Greenpeace ein Ranking der größten Supermarktketten in Österreich. Alle Infos unter greenpeace.at/nachhaltigkeit-im-test

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