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veröffentlicht am 07.04.2016

Nachhaltigkeit im Test 04-2016

Marktcheck: Test Lebensmittel-Abfälle

Im Rahmen der Serie „Nachhaltigkeit im Test“ hat der Greenpeace-Marktcheck die Maßnahmen der Supermärkte zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen unter die Lupe genommen.

Im Rahmen der Serie „Nachhaltigkeit im Test“ hat der Greenpeace-Marktcheck die Maßnahmen der Supermärkte zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen unter die Lupe genommen.

Die Ergebnisse

Die Übersicht der Ergebnisse macht deutlich: Die Supermarktkette Unimarkt mit Sitz in Oberösterreich wurde mit dem besten Gut der Testsieger, auch weil Unimarkt wie Hofer generell auf Angebote wie "1 + 1 gratis" oder "nimm 3, zahl 2" verzichtet. Hofer belegt beim Test den Platz 3 und zwar nach dem Tiroler Unternehmen MPreis, das den guten zweiten Platz erzielt. Auch das Vorarlberger Unternehmem Sutterlüty, Spar und Lidl erhielten für Ihre Initiativen ein Gut. Merkur liegt im Test vor Billa, beide haben die Note Befriedigend. PennyMarkt erhielt als letzter ein Genügend, weil der Supermarkt die abgefragten Kriterien am wenigsten von allen Supermärkten im Test erfüllt.

Zehn Maßnahmen im Test

Greenpeace hat die folgenden zehn Maßnahmen zur Vermeidung und Reduktion von Lebensmittelabfällen definiert und abgefragt, inwieweit die Supermärkte diese Kriterien erfüllen:

1. Angebots-Preise immer ab dem ersten Stück
2. Verzicht auf Gratis-Angebote (1+1 bzw. 2+1 gratis, etc.) und Multi-Packs
3. Angebot von (optisch) nicht der Norm entsprechendem Obst & Gemüse
4. Verkauf von Brot vom Vortag
5. „Mut zur Lücke“ versus volles Angebot bis zum Ladenschluss
6. Maßnahmen zum Abverkauf vor Verbrauchs- bzw. Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und nach Überschreitung des MHD
7. Kooperation mit sozialen Einrichtungen zur Abgabe von verderblichen Lebensmitteln
8. Maßnahmen zur Verwertung von vorverpacktem Obst und Gemüse bei Unverkäuflichkeit von einzelnen Produkten einer Mehr-Stück-Packung
9. Bewusstseinsbildung der EndverbraucherInnen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen
10. Erfassung der Daten der Abfallmengen und der genauen Gründe

Die Supermärkte haben viele Möglichkeiten, Lebensmittelabfälle in den Märkten zu vermeiden, aber auch die KonsumentInnen anzuregen, mehr Bewusstsein für diese Problematik zu entwickeln. „Eine unserer Maßnahmen war die Frage, ob es Mehrstück- oder Gratis-Angebote bei verderblichen Produkten gibt. Solche Angebote können die Konsumenten und KonsumentInnen verleiten, mehr zu kaufen als sie eigentlich brauchen. Zuhause verderben die Lebensmittel, weil zu viel gekauft wurde. So tragen die Supermärkte auch indirekt zur Lebensmittelverschwendung bei“, erklärt Nunu Kaller, Konsumentensprecherin bei Greenpeace Österreich. Die Maßnahmen und Fragen im Detail sowie der Bewertungsraster.

Doch nicht nur durch ihr Angebot, sondern auch durch ihre Einkaufspolitik können Supermärkte zu weniger Lebensmittelmüll beitragen. Obst und Gemüse, das nicht den hohen optischen Qualitätsstandards entspricht, kaufen die Händler von den Produzenten oft gar nicht an. Diese werfen es dann entweder weg, ackern es wieder ein oder verarbeiten es, im selteneren Fall, weiter. Jene Supermärkte, die auch optisch nicht einwandfreies Obst oder vergleichbare Produkte anbieten, wurden daher von Greenpeace besser bewertet.

Auch den Umgang der Supermärkte mit Produkten mit Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) fragte Greenpeace ab. Das MHD gibt an, bis zu welchem Zeitpunkt der Hersteller garantieren kann, dass wichtige Eigenschaften wie etwa Farbe, Geruch oder Geschmack des Lebensmittels bei angemessener Lagerung erhalten bleiben. Tatsächlich sind Lebensmittel aber oft weit über das MHD hinaus bedenkenlos genießbar!

Kein Essen im Mist!

Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem, pro Jahr werden mindestens 500.000 Tonnen Lebensmittel weggeworfen, die eigentlich noch gut, also verzehrfähig sind. Über 13 Prozent dieses Mülls fällt bei den Supermärkten an. Um zu vermeiden, dass Lebensmittel im Mist landen, fordert Greenpeace strenge gesetzliche Bestimmungen und zwar konkret einen österreichweiten Umsetzungsplan zur Halbierung der Lebensmittelabfälle bis 2030. Die Petition "Essen verschwenden ist Mist!" unterstützt diese Forderung:

Nachhaltigkeit am Prüfstand

Unter dem Titel „Nachhaltigkeit im Test“ nimmt der Greenpeace-Marktcheck regelmäßig das Sortiment des österreichischen Einzelhandels unter die Lupe. Jeweils zu Monatsanfang wird im Hinblick auf die Erfüllung von nachhaltigen Kriterien ein Ranking der größten Supermarktketten in Österreich veröffentlicht. Infos zu allen Tests unter:

greenpeace.at/nachhaltigkeit-im-test

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