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veröffentlicht am 02.03.2016

Nachhaltigkeit im Test 03-2016

Marktcheck: Test Osterjause

Rechtzeitig vor Ostern hat der Greenpeace-Marktcheck im Rahmen der Serie „Nachhaltigkeit im Test“ das Angebot für die Osterjause in den Supermärkten unter die Lupe genommen.

Bewertet wurden die Verfügbarkeit von biologischen Produkten, die Verwendung von unbedenklichen Eierfarben, der Einsatz von gentechnisch verändertem Futter sowie die Haltungsbedingungen der Hühner.

Dazu hat Greenpeace folgende Sortimente beurteilt:

  1. Ostereier,
  2. Osterschinken,
  3. Osterbackwaren wie Pinzen und
  4. Frischeier sowie die Eierfarben

Die Ergebnisse

Die Übersicht der Ergebnisse macht deutlich: Ein kleines aber feines Sortiment hat sich gegenüber dem breiten Angebot der großen Supermarktketten durchgesetzt. Testsieger ist MPreis vor Lidl, beide mit der Note „Gut“. Nur bei diesen zwei Supermarktketten wurde der Hering in den angebotenen Produkten mehrheitlich nachhaltig gefangen. PennyMarkt, Billa, Merkur und Hofer haben für Ihr Herings-Sortiment ein "Befriedigend" erhalten. Schlusslichter sind Unimarkt und Spar mit der Note „Genügend“. Die Bestnoten „Ausgezeichnet“ und „Sehr gut“ wurde auch diesmal nicht vergeben.

Grünes Licht für Ostereier

Das Ergebnis in den einzelnen Produktkategorien hat Greenpeace sehr unterschiedlich beurteilt. Positiv bewertet Greenpeace das Eier-Angebot: Alle Ostereier in den Supermärkten sind mit unbedenklichen Farben gefärbt; sämtliche Eier auf der Verpackung klar hinsichtlich ihrer Gentechnik-Freiheit gekennzeichnet. Auch die Verfügbarkeit von Bio-Produkten ist mehrheitlich gut. Verbesserungsbedarf sieht Greenpeace bei den angebotenen Produkten zum Selberfärben der Eier sowie für Schinken aus konventioneller Produktion.

Die Kriterien der Bewertung

Im Biobereich wurde bewertet, ob zumindest ein Produkt in Bio-Qualität bei Ostereiern, Osterschinken, Pinzen und anderen Osterbackwaren sowie bei frischen Eiern im jeweiligen Supermarkt erhältlich ist. Da Bio-Produkte garantiert gentechnikfrei hergestellt werden, wurde nur bei den konventionell hergestellten Produkten die Kennzeichnung hinsichtlich Gentechnikfreiheit berücksichtigt. Bei den Farben wurde beurteilt, ob problematische Farben auf den Ostereiern oder bei den Produkten zum Selberfärben eingesetzt bzw. enthalten sind. Beim Tierschutz hat Greenpeace Punkte für die Haltungsbedingen der Hühner in den Produktkategorien Eier und Osterbackwaren vergeben. Detaillierte Informationen zu den Test-Kriterien.

Eierfarben mit Nebenwirkungen

Kritik gibt es für die Eierfarben zum Selberfärben, die in den Supermärkten erhältlich sind. Diese Produkte enthalten nach wie vor mehrheitlich die für die Gesundheit problematischen Azofarben. Über die Schale dringen die Farben oft direkt auf das Eiweiß und werden mitverzehrt. Beim Selberfärben der Ostereier gelangen die Farben auch auf die Haut. „Gerade Kinder kommen beim Eierfärben direkt mit den bedenklichen Stoffen in Kontakt. Wenn es bei den gefärbten Eiern gelingt, auf diese Farben zu verzichten, ist es nicht nachvollziehbar, dass die Produkte zum Selberfärben nach wie vor bedenkliche Farben enthalten “, kritisiert Greenpeace-Expertin Gundi Schachl das Sortiment in den heimischen Supermärkten.

Problematische Azofarben

Die folgenden problematischen Farbstoffe stehen im Verdacht, bei entsprechend veranlagten Personen Unverträglichkeitsreaktionen wie Nesselsucht, Hautödeme und Asthma auszulösen. Auf den Produkten ist entweder die E-Nummer oder der Name des Farbstoffes angegeben.

  • E 102 (Tartrazin)
  • E 110 (FD&C Yellow Nr. 6 , Gelborange S, Sunsetgelb FCF; gelborange)
  • E 122 (Azorubin, Carmoisin)
  • E 124 (Cochenillerot A, Ponceau 4R)
  • E 129 (Allurarot)

Keine Azofarben, aber laut Greenpeace ebenfalls für die Gesundheit problematisch:

  • E 104 (Chinolingelb)
  • E 127 (Erythrosin)

Lebensmittel, die Azofarben enthalten, müssen seit Juli 2010 mit dem Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“ gekennzeichnet sein, weil sie im Verdacht stehen, an der Auslösung des hyperkinetisches Syndroms ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Kindern) beteiligt zu sein.

Für "Stempelaufdrucke und Farbverzierungen auf den Schalen von Eiern" gilt jedoch eine Ausnahmeregelung bei der Produktkennzeichnung; diese müssen keinen Warnhinweis tragen. Ein Umstand den die Produzenten der Eierfarben zum Selberfärben offensichtlich auf ihre Produkte anwenden.

Auch Osterfleisch und Pinzen am besten bio

Greenpeace sieht großen Verbesserungsbedarf für die konventionell hergestellten Fleischprodukte in den Supermärkten. Oster-Schinken, -Geselchtes und -Speck, wo am Produkt die Gentechnik-Freiheit garantiert wird, ist bei den Supermärkten im Test nicht erhältlich. Da bei konventionell hergestellten Produkten mit tierischen Zutaten, mehrheitlich gentechnisch verändertes Futter zum Einsatz kommt, empfiehlt Greenpeace auch bei Pinzen oder andern Backwaren für das Osterfest auf Bio-Qualität zu achten. Dann ist auch ausgeschlossen, dass Eier aus tierquälerischer Käfighaltung in den Produkten enthalten sind, und es werden hohe Standards bei der Tierhaltung eingehalten.

Tipps von Greenpeace

Konsumentinnen und Konsumenten, die keine Gentechnik im Essen wollen und auf artgemäße Tierhaltung Wert legen, greifen am besten zu Bio-Produkten. Im Hinblick auf die Osterjause fordert Greenpeace Verbesserungsbedarf bei dem Angebot der Supermärkte im Test. Die größte Auswahl an biologisch hergestellten Produkten bieten natürlich Bio-Supermärkte; bei der Supermarktkette denn's sind auch ausschließlich empfehlenswerte Farben mit natürlichen Inhaltsstoffen zum Selberfärben der Bio-Eier erhältlich.

Nachhaltigkeit am Prüfstand

Unter dem Titel „Nachhaltigkeit im Test“ nimmt der Greenpeace-Marktcheck regelmäßig das Sortiment des österreichischen Einzelhandels unter die Lupe. Jeweils zu Monatsanfang wird im Hinblick auf die Erfüllung von nachhaltigen Kriterien ein Ranking der größten Supermarktketten in Österreich veröffentlicht. Infos zu allen Tests unter:

greenpeace.at/nachhaltigkeit-im-test

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